Steuerklassen 2013 Deutschland Tabelle Verheirate Steuerklasse ändern wechseln Faktor

Steuerklassen 2013 Deutschland: Unser Tabelle zeigt die Lohnsteuerklassen für Verheirate und Ledige mit Faktor und wie Sie Steuerklasse ändern/wechseln können.

Bei Arbeitnehmern in Deutschland ist der Lohnsteuerabzug und der Abzug von Solidaritätszuschlag und eventuell von Kirchensteuer nach der auf der Lohnsteuerkarte eingetragenen Lohnsteuerklasse festgelegt. Im Einkommensteuergesetz sind die Lohnsteuerklassen 1, 2, 3, 4, 5 und 6 festgelegt. Wenn der Arbeitgeber keine maschinelle Lohnabrechnung verwendet, dann wird die Lohnsteuer durch die im Fachbuchhandel erhältliche Lohnsteuertabelle berechnet. In dieser Lohnsteuertabelle ist für jede Lohnsteuerklasse und für jede Lohnstufe die jeweilige Lohnsteuer ausgewiesen. Die Lohnsteuer, den Solidaritätszuschlag und auch die Kirchensteuer muss der Arbeitgeber bei jeder Lohnabrechnung vom Brutto-Arbeitslohn des Arbeitnehmers einbehalten und an das zuständige Finanzamt abführen. Ein auf der Lohnsteuerkarte bescheinigter Freibetrag wird aber vor Anwendung der Lohnsteuertabelle vom steuerpflichtigen Arbeitslohn abgezogen.

1. Lohnsteuerklassen

Für die Durchführung des Lohnsteuerabzugs werden Arbeitnehmer in Steuerklassen eingereiht. Dabei gilt nach § 38b Einkommensteuergesetz (EStG) in Deutschland Folgendes:

Steuerklasse I (1)

In die Steuerklasse I gehören laut Gesetz (§ 38b EStG (1) Nr. 1) Arbeitnehmer, die

  • a) unbeschränkt einkommensteuerpflichtig und
    • aa) ledig sind,
    • bb) verheiratet, verwitwet oder geschieden sind und bei denen die Voraussetzungen für die Steuerklasse III oder IV nicht erfüllt sind; oder
  • b) beschränkt einkommensteuerpflichtig sind;

In die Steuerklasse I fallen also zunächst ledige Arbeitnehmer.

Weiterhin fallen folgende Verheiratete in Steuerklasse I:

  1. Verheiratete, wenn ihr Ehegatte beschränkt steuerpflichtig ist,
  2. Verheiratete, die dauernd getrennt leben, Verwitwete (ab dem übernächsten Jahr nach dem Tod des Ehepartners) und geschiedene Ehepartner.

In diese Klasse fallen auch Partner, die in eingetragener Lebenspartnerschaft leben.

Die Lohnsteuerklasse I findet keine Anwendung, wenn die unten beschriebenen Voraussetzungen für die Steuerklasse III oder für die Steuerklasse IV erfüllt sind.

Steuerklasse II (2)

Zu Steuerklasse II sagt das Gesetz (§ 38b EStG (1) Nr. 2):

  • In die Steuerklasse II gehören die unter Nummer 1 Buchstabe a (also oben) bezeichneten Arbeitnehmer, wenn bei ihnen der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende (§ 24b) zu berücksichtigen ist;

Die Steuerklasse II gilt damit für Alleinerziehende, bei denen die Voraussetzungen der Steuerklasse I vorliegen und die einen Anspruch auf den Entlastungsbetrag für Alleinerziehende haben.

Für Verwitwete mit mindestens einem Kind gilt diese Steuerklasse laut Wikipedia ab Beginn des Monats, der auf den Sterbemonat der Ehegattin bzw. des Ehegatten folgt. Allerdings wirkt hier das sogenannte Gnadensplitting. Das Gnadensplitting bewirkt, dass auch im Jahr nach dem der Ehegatte verstorben ist, der niedrigere Steuertarif der Zusammenveranlagung zur Anwendung kommt.

Steuerklasse III (3)

Zu Steuerklasse II sagt das Gesetz (§ 38b EStG (1) Nr. 2):

In die Steuerklasse III gehören Arbeitnehmer,

  • die verheiratet sind, wenn beide Ehegatten unbeschränkt einkommensteuerpflichtig sind und nicht dauernd getrennt leben und
    • der Ehegatte des Arbeitnehmers keinen Arbeitslohn bezieht oder
    • der Ehegatte des Arbeitnehmers auf Antrag beider Ehegatten in die Steuerklasse V eingereiht wird,
  • die verwitwet sind, wenn sie und ihr verstorbener Ehegatte im Zeitpunkt seines Todes unbeschränkt einkommensteuerpflichtig waren und in diesem Zeitpunkt nicht dauernd getrennt gelebt haben, für das Kalenderjahr, das dem Kalenderjahr folgt, in dem der Ehegatte verstorben ist,
  • deren Ehe aufgelöst worden ist, wenn
    • im Kalenderjahr der Auflösung der Ehe beide Ehegatten unbeschränkt einkommensteuerpflichtig waren und nicht dauernd getrennt gelebt haben und
    • der andere Ehegatte wieder geheiratet hat, von seinem neuen Ehegatten nicht dauernd getrennt lebt und er und sein neuer Ehegatte unbeschränkt einkommensteuerpflichtig sind,
      jeweils für das Kalenderjahr, in dem die Ehe aufgelöst worden ist;

Die Steuerklasse III gilt also für Verheiratete, die nicht dauernd getrennt leben und nicht die Steuerklasse IV gewählt haben. Der ebenfalls berufstätige Ehepartner erhält dann die Steuerklasse V. Auch wenn der andere Ehepartner nicht berufstätig oder selbstständig ist, wird die Lohnsteuerklasse 3 zugewiesen.

Weiterhin gilt sie für Verwitwete bis zum Ende des auf den Tod des Ehegatten folgenden Kalenderjahres. Der verstorbene Ehegatte muss aber zum Zeitpunkt seines Todes unbeschränkt einkommensteuerpflichtig gewesen sein und das Ehepaar darf bis zum Zeitpunkt des Todes nicht dauernd getrennt gelebt haben.

Der dritte Teil beschreibt Sonderregelungen für Arbeitnehmer, deren Ehe in diesem Kalenderjahr aufgelöst wurde.

Steuerklasse IV (4)

Zu Steuerklasse II sagt das Gesetz (§ 38b EStG (1) Nr. 4):

  • In die Steuerklasse IV gehören Arbeitnehmer, die verheiratet sind, wenn beide Ehegatten unbeschränkt einkommensteuerpflichtig sind und nicht dauernd getrennt leben und der Ehegatte des Arbeitnehmers ebenfalls Arbeitslohn bezieht;

In die Steuerklasse IV fallen damit verheiratete Arbeitnehmer, wenn die beiden Ehegatten unbeschränkt einkommensteuerpflichtig, aber nicht dauernd getrennt leben. Wenn allerdings für einen Ehegatten eine Lohnsteuerkarte mit der Steuerklasse III ausgestellt wurde, fällt der andere nicht in Steuerklasse IV, sondern in die Steuerklasse V.

Die Lohnsteuerklassen IV/IV sollten im Gegensatz zu III/V von Ehepartnern gewählt werden, bei denen beide ungefähr gleichviel verdienen. Falls keine anderen zwingenden Gründe für die Abgabe einer Einkommensteuererklärung vorliegen, ist diese optional.

Da allerdings bei Steuerklasse IV/IV während des Jahres zu viel Steuer einbehalten wird, vor allem bei stark unterschiedlichen Einkommen der Ehepartner , führt häufig die Abgabe einer Steuererklärung zu einer Steuererstattung. Am Jahresende sollte man daher möglichst das Ergebnis einer Einkommensteuererklärung berechnen. Ehegatten, die beide berufstätig sind, können die Steuerklasse einmal im Jahr ändern lassen (§ 39 Abs. 6 EStG). Wie das geht, steht unten in diesem Beitrag.

Steuerklasse IV (4) mit Faktor

Seit dem Veranlagungszeitraum 2010 gibt es für Ehepaare ein „optionales Faktorverfahren“ (§ 39f EStG). Der Faktor bei der Lohnsteuer ermittelt sich aus der voraussichtlich gemeinsam nach dem Splittingverfahren zu zahlenden Einkommensteuer im Verhältnis zur rechnerischen Summe der Lohnsteuer nach jeweils Steuerklasse IV. Die Anwendung ist zulässig, wenn der Faktor kleiner als 1 ist.

Das Gesetz sagt hierzu unter anderem:

  • Bei Ehegatten, die in die Steuerklasse IV gehören, hat das Finanzamt auf Antrag beider Ehegatten nach § 39a anstelle der Steuerklassenkombination III/V  als Lohnsteuerabzugsmerkmal jeweils die Steuerklasse IV in Verbindung mit einem Faktor zur Ermittlung der Lohnsteuer zu bilden, wenn der Faktor (Y : X) kleiner als 1 ist.
  • „Y“ ist die voraussichtliche Einkommensteuer für beide Ehegatten nach dem Splittingverfahren unter Berücksichtigung der in § 39b Absatz 2 genannten Abzugsbeträge.
  • „X“ ist die Summe der voraussichtlichen Lohnsteuer bei Anwendung der Steuerklasse IV für jeden Ehegatten.
  • In die Bemessungsgrundlage für Y werden jeweils neben den Jahresarbeitslöhnen der ersten Dienstverhältnisse zusätzlich nur Beträge einbezogen, die als Freibetrag ermittelt (§ 39a (1)  1 Nr. 1 bis 6) und als Lohnsteuerabzugsmerkmal gebildet werden könnten; Freibeträge werden neben dem Faktor nicht als Lohnsteuerabzugsmerkmal gebildet. In den Fällen des § 39a (1) 1 Nr. 7 sind bei der Ermittlung von Y und X die Hinzurechnungsbeträge zu berücksichtigen; die Hinzurechnungsbeträge sind zusätzlich als Lohnsteuerabzugsmerkmal für das erste Dienstverhältnis zu bilden.
  • Arbeitslöhne aus zweiten und weiteren Dienstverhältnissen (Steuerklasse VI) sind im Faktorverfahren nicht zu berücksichtigen.

 

Steuerklasse V (5)

Zu Steuerklasse II sagt das Gesetz (§ 38b EStG (1) Nr. 5):

  • In die Steuerklasse V gehören die unter Nummer 4 bezeichneten Arbeitnehmer, wenn der Ehegatte des Arbeitnehmers auf Antrag beider Ehegatten in die Steuerklasse III eingereiht wird;

Eine Lohnsteuerkarte mit der Steuerklasse V ist auszustellen, wenn beide Ehegatten beantragen, den anderen Ehegatten in die Steuerklasse III einzureihen. Dies wird dann der Fall sein, wenn die Ehegatten stark unterschiedlich hohe Einkommen haben. Wenn der Besserverdienende die Steuerklasse III und der Geringerverdienende die Steuerklasse V erhält, dann wird eventuell zu wenig Steuer einbehalten (höhere Liquidität unter dem Jahr). Die Abgabe einer Steuererklärung zum Jahresende ist daher in diesem Fall zwingend (§ 46 Abs. 2 Nr. 3a).

Steuerklasse VI (6)

Zu Steuerklasse II sagt das Gesetz (§ 38b EStG (1) Nr. 4):

  • Die Steuerklasse VI gilt bei Arbeitnehmern, die nebeneinander von mehreren Arbeitgebern Arbeitslohn beziehen, für die Einbehaltung der Lohnsteuer vom Arbeitslohn aus dem zweiten und einem weiteren Dienstverhältnis sowie in den Fällen des § 39c.

Die Lohnsteuerklasse VI wird also eingetragen, wenn ein Arbeitnehmer eine Lohnsteuerkarte für ein zweites oder weiteres Dienstverhältnis benötigt. Außerdem ist der Arbeitgeber verpflichtet, die Lohnsteuer nach Steuerklasse VI einzubehalten, wenn der Arbeitnehmer eine Lohnsteuerkarte schuldhaft nicht vorlegt. Diese Lohnsteuerklasse verursacht die höchste Steuerbelastung, weil außer dem Altersentlastungsbetrag keine Freibeträge berücksichtigt werden. Da die Einkünfte des ersten Beschäftigungsverhältnisses nicht bekannt sind, wird hier von vorne herein wesentlich mehr einbehalten als in den anderen Steuerklassen.

 

2. Vergleich I+I mit IV+IV und III+V im Jahr 2010

Es folgen nun drei Beispiele aus Wikipedia für die Aufteilung der Steuerklassen anhand der Situation im Jahr 2010. Je nach Wahl der Steuerklassen ergeben sich unterschiedliche Verteilungen der Steuerlast auf die Partner und unterschiedliche Zeitpunkte der Steuerzahlung: Verdient ein Paar gemeinsam 60.000 EUR, so beträgt, wenn es verheiratet ist, die gemeinsame Steuerlast immer 8.374 EUR. Ist es nicht verheiratet, so beträgt die Steuerlast zwischen 8.374 EUR (wenn beide gleich viel verdienen) und 13.955 EUR (wenn nur einer verdient).

a) Die Ehepartner sind verheiratet und beide in der Steuerklasse IV

  • Wenn beide Ehepartner dasselbe verdienen, also jeweils 30.000 €, dann zahlen beide
    4.187 EUR,
    zusammen also 8.374 EUR.  Dies gilt auch bei Anwendung des Faktorverfahrens.
  • Wenn ein Ehegatte 20.000 € und der andere 40.000 € verdient , dann beträgt die Lohnsteuer ohne Anwendung des Faktorverfahrens 1.747 EUR + 6.930 EUR = 8.677 EUR. Davon werden 303 EUR später aufgrund der Einkommensteuererklärung erstattet. Bei Anwendung des Faktorverfahrens ist der Faktor 8.374/8.677=0,965. Es wird immer auf drei Nachkommastellen gerundet. Die Ehegatten bezahlen somit
    1.686 EUR + 6.688 EUR = 8.374 EUR.
  • Wenn ein Ehegatte 60.000 € und der andere nichts verdient, dann beträgt die Lohnsteuer 13.955 EUR + 0 EUR = 13.955 EUR. 5.581 EUR werden später aufgrund der Einkommensteuererklärung erstattet. Bei Anwendung des Faktorverfahrens ist der Faktor 8.374/13.955 = 0,600. Die Ehegatten zahlen
    8.374 EUR + 0 EUR = 8.374 EUR Steuern.

b) Die Ehepartner sind verheiratet  und in den Steuerklassen III und V

  • Wenn beide dasselbe verdienen (jeweils 30.000 €), dann zahlen sie
    1.594 EUR + 7.394 EUR = 8.988 EUR
    Lohnsteuer. 614 EUR werden später aufgrund der Einkommensteuererklärung erstattet.
  • Wenn der Ehegatte in Steuerklasse V 20.000 € und der andere in Steuerklasse III 40.000 € verdient, dann zahlen sie
    4.114 EUR + 3.804 EUR = 7.918 € EUR.
    456 EUR müssen später aufgrund der Einkommensteuererklärung nachgezahlt werden.
  • Wenn der Ehegatte in Steuerklasse III 60.000 € und der andere nichts verdient, dann zahlen sie
    9.004 EUR
    Steuern. 630 EUR werden später aufgrund der Einkommensteuererklärung erstattet.

c) Die Partner sind verheiratet  unverheiratet und beide in Steuerklasse I

  • Wenn ein Partner 60.000 EUR und der andere nichts verdient, dann sind
    13.955 EUR
    Steuern zu zahlen. Wenn der verdienende Partner an den anderen “Unterhalt für bedürftige Personen” im Rahmen der “außergewöhnlichen Belastungen” zahlt, dann kann er den Unterhalt bis zur Höhe des Grundfreibetrags (8.004 EUR) absetzen, darüber hinaus die Kosten für Krankenversicherung etc., die für den Partner gezahlt werden. Daher vermindert sich seine Steuerschuld auf maximal 10.871 EUR.
  • Verdienen beide Partner je 30.000 EUR, so zahlen sie beide 4.187 EUR Steuern, also zusammen 8.374 EUR, so viel wie Verheiratete in dieser Situation.
  • Verdient ein Partner 20.000 EUR, der andere 40.000 EUR, so zahlen beide
    1.747 EUR + 6.897 EUR = 8.644 EUR.
  • Verdient ein Partner 11.000 EUR, der andere 49.000 EUR, so zahlen beide
    40 EUR + 9.784 EUR = 9.824 EUR.

d) Lohnsteuerklassenrechner

Mit unserem Steuerklassenrechner können Sie testen, welche Klassen für Sie beide am ehesten in Frage kommen.

Zum Steuerklassenrechner

 

3. Steuerklasse wechseln/ändern

Die Zuständigkeit für die Änderung der Lohnsteuerabzugsmerkmale ist am 1. Januar 2012 von den Meldebehörden auf die Finanzämter übergegangen (§ 39 (1), (2) EStG). Die Änderung von Voraussetzungen für die Steuerklasse ist dem Finanzamt mitzuteilen. Das Finanzamt führt dann einen Wechsel der Lohnsteuerklasse durch. Der Wechsel in eine für den Arbeitnehmer günstigere Steuerklasse erfolgt nur auf Antrag des Arbeitnehmers (§ 39 (5) – (7) EStG). Grundsätzlich kann die Steuerklasse einmal im Jahr geändert werden. Der Tod des Ehegatten oder Arbeitslosigkeit bilden hierbei Ausnahmen.

4. Lohnsteuertabellen

Für die Berechnung der Lohnsteuer kommen zwei Tabellen zur Anwendung.

a) Allgemeine Tabelle

Die allgemeine Tabelle wird für rentenversicherungspflichtige Arbeitnehmer verwendet.

Ein Beispiel für ein vereinfachte allgemeine Tabelle (Einkommensteuer-Grundtabelle) finden Sie hier.

Zur Einkommensteuer-Grundtabelle

b) Besondere Tabelle

Die besondere Tabelle wird für alle übrigen Arbeitnehmer verwendet. Die Vorsorgepauschale ist hier mit niedrigeren Beträgen eingearbeitet. Dies führt zu höheren Steuerabzügen.

c) Einkommensteuerrechner

Mit unserem Einkommensteuerrechner können Sie unverbindlich testen, welche Einkommensteuer voraussichtlich auf Sie zukommen wird.

Zum Einkommensteuerrechner

 

5. Freibeträge

Es folgen die Lohnsteuer-Freibeträge für die Jahre 2010, 2011, 2012 und 2013. Diese enthalten zunächst den Grundfreibetrag sowie den Arbeitnehmerpauschbetrag, den Sonderausgabenpauschbetrag, die Vorsorgepauschale, die Alleinerziehendenentlastung sowie den Kinderfreibetrag je Kind.

Die Vorsorgepauschale ist bruttolohnabhängig, daher kann kein allgemeingültiger Betrag ausgewiesen werden (§ 39b (2) 6 EStG). Die Kinderfreibeträge werden bei der Berechnung der Lohnsteuer nur dann berücksichtigt, wenn die Steuerersparnis das ausgezahlte Kindergeld übersteigt. Bei der Berechnung von Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag werden sie jedoch immer berücksichtigt. Die Zahl der Kinderfreibeträge wird auf der Lohnsteuerkarte eingetragen.

a) Freibeträge 2010

Steuerklasse I II III IV V VI
Grundfreibetrag 8004 8004 16008 8004 nein nein
Arbeitnehmerpauschbetrag 920 920 920 920 920 nein
Sonderausgabenpauschbetrag 36 36 36 36 36 nein
Vorsorgepauschale ja* ja* ja* ja* ja* nein
Alleinerziehendenentlastung nein 1308 nein nein nein nein
Kinderfreibetrag je Kind 7008 7008 7008 3504 nein nein

b) Freibeträge 2011 und 2012

Steuerklasse I II III IV V VI
Grundfreibetrag 8004 8004 16008 8004 nein nein
Arbeitnehmerpauschbetrag 1000 1000 1000 1000 1000 nein
Sonderausgabenpauschbetrag 36 36 36 36 36 nein
Vorsorgepauschale ja* ja* ja* ja* ja* ja*
Alleinerziehendenentlastung nein 1308 nein nein nein nein
Kinderfreibetrag je Kind 7008 7008 7008 3504 nein nein

c) Grundfreibeträge 2013

Das einkommensteuerliche Existenzminimum (Grundfreibetrag) soll 2013 für Alleinstehende 8.130 € und für Ehepaare 16.260 € betragen.

d) Grundfreibeträge 2014

Das einkommensteuerliche Existenzminimum (Grundfreibetrag) soll 2014 für Alleinstehende 8.354 € und für Ehepaare 16.708 € betragen.

6. Endgültige Steuerschuld

Die endgültige Steuerschuld wird erst nach Ablauf des jeweiligen Kalenderjahres durch eine Einkommensteuerveranlagung festgestellt. Die einbehaltene Lohnsteuer wird dabei auf die Einkommensteuer angerechnet. Wenn mehr Lohnsteuer einbehalten wurde als Einkommensteuer festgesetzt wird, dann erfolgt eine Einkommensteuererstattung. Wenn die festgesetzte Einkommensteuer höher als die einbehaltene Lohnsteuer ist, dann wird eine Einkommensteuernachzahlung fällig. Durch die Wahl der Lohnsteuerklassen wie zum Beispiel III und V im Gegensatz zu IV und IV lassen sich daher keine endgültigen Steuervorteile erzielen.

7. Einfluss auf Lohnersatzleistungen

Die Wahl der Steuerklasse beeinflusst die Höhe einiger Lohnersatzleistungen wie das Arbeitslosengeld, das Unterhalt, Krankengeld, Versorgungskrankengeld, Verletztengeld, Übergangsgeld, Mutterschaftsgeld oder das Elterngeld. Die Wahl der Steuerklassen, oder der Wechsel der Steuerklassen beeinflusst damit die Höhe der Entgeltersatzleistung. Das Bundessozialgericht hat im Urteil vom 25. Juni 2009 – B 10 EG 4/08 R keinen Missbrauch im Wechsel der Lohnsteuerklasse gesehen. Das Gericht sieht dies als „eine zulässige Gestaltungsmöglichkeit“ an, um ein höheres Nettoeinkommen und damit auch ein höheres Elterngeld zu erhalten. Das Urteil ist überraschend, weil in anderen Urteilen zu Lohnersatzleistungen und zur Steuerklassenwahl ein Missbrauch angenommen wurde, zum Beispiel beim Mutterschaftsgeld.

Alle Angaben sind ohne Gewähr. Stand ist Januar 2013/Februar 2013. Quelle (u.a.) EstG, Wikipedia

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